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Die Gärten und das Schloss in Kromìøíž sind die Dominanten der Stadt Kromìøíž und der Hauptmagnet für die Besucher des stadtischen Denkmalschutzgebietes. Die Entwicklung des ganzen Komplexes ist eng verbunden mit der Geschichte der Untertanengemeinde, die seit ihrer Erhöhung zur Stadt (13. Jh.) zum Residenzsitz der Bischöfe und Erzibischöfe von Olomouc wurde. Aus einer grossmährischen Burgstadel, später gotischer und Renaissanceburg, die im Dreissigjährigen Krieg von den Schweden zerstört wurde, entschied der Bischof Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn einen prunkvollen feudalen Sitz zu machen, den Ort für Mannentagungen und Gerichte, einen monumentalen frühbarocken repräsentativen Palast. Die italienische Auffassung des Schlosses stammt von Filiberto Lucchese und Giovanni Pietro Tencalla, Architekten und Urheber der künstlerischen und architektonischen Auffassung des Schlosskomplexes, sowie auch einer Reihe anderer Gebäude des Denkmalschutzgebietes. Der Besucher bemerkt bestimt die Architektur des Schlosses, die Einflüsse der Schule nach Michelangelo von G. B. Vignola, die mitteleuropäische Lösung des architektonischen Konzeptes mit reicher Verzierung, die italienische Künstler (Baltazare Fontana, P. A. Pagani) mit ausgiebier Hilfe einheimischer Künstler und Handwerker schufen. Der Quadratblock des zweistöckigen Gebäudes rund um den Hof mit einem mächtigen achtseitigen Turm, der zum Platz herausragt, ist durch Eckrisalite ergänzt und von Pilastern rechteckigen Ausfüllungen verziert. Nach dem Brand des Schlosses im Jahre 1752 wurde die ursprüngliche Atikenbalustrade abgeschafft, sowie die Bastionen in den Ecken, der Hof wurde verändert, ein neues Dach wurde gebaut und zuletzt, Ende 19. und Anfang 20 Jh., wurde der Schlossgraben verschüttet, der Treppeneingang des Schlossgartens vom Platz gebaut, und im Hof und am Eingang ins Schloss vom Schlossgarten wurden pompöse Portiken gebaut. Die Interieure des Schlosses, die seit 1950 auf die Dauer den Besuchern zugänglich sind, stellen ein einzigartiges Beispiel der zeitgemässen Einrichtung eines Adelsitzes dar, die der Stellung des erstrangigen Feudalherren Mährens entspricht. Der Jagdsalon mit Vorraum ist nicht nur eine Ausstellung von Tropheen, sondern auch ein Muster der ökonomischen Tätigkeit der Bischöfe (erste Erzeugnisse von Hütten). Die Einrichtung des Raumes wird durch Muster von Waffen ergänzt, von der Zeit der Husiten, über den Dreissigjährigen Krieg, bis zu den Einbrüchen der Türken in die Gegend vor mehr als 200 Jahren. Der Rosa Salon ist reich mit Mobiliar und Bildern verziert. Der Kristallleuchter und der Venezianische Spiegel repräsentatieren die Kunst unserer und italienicher Handwerker. Das Zimmer des Zaren diente als Empfangssalon dem russischen Zaren Alexander III. (1885) und ist mit Portraits des Kaisers Franz Josef I. und seiner Gattin Elisabeth, der Kaiserin Maria Theresia und Franz von Lothrigen, des Kaisers Franz I. und des Bischofs Leopold Wilhelm von Habsburg verziert. Der nächste Raum, der Beratungssaal, ist eine Portraitgalerie der Bischöfe und Erzbischöfe von Olomouc. Während des Konstitutionellen Reichstages 1848/49 in Kromìøíž diente er als Beratungsort der Minister und Abgeordneten. Mit Bildern in der geschnitzten Holzverschalung der Wände (Boiserie), die die Textiltapeten erzetet hat, reich dekoriert ist der Thronsaal, der zu offiziellen Empfängen von Gästegruppen diente. Auch der nebenliegende Kleine Speisesaal hat eine ähnliche Verzierung mit einer Vielfalt von Originalbildern aus der Schlossbildersammlung: Im Teil des Schlosses, der 1752 durch einen Brand verwüstet wurde, wurde der Grosse Speisesaal erbaut, der als Reichstagsaal bekant ist. Der schönste und grösste Rococcosaal in unserem Land wurde für die Tagung des österreichischen Reichstages 1848 von František Palacký empfohlen und von dem Kaiser Ferdinand gebilligt. Vergoldete Stukkaturen, Kristallleuchter, Spiegel, Portraits des Bischofs Hamilton und des Erzibischofs Kohn, und das an der Decke aufgehängte grösste Bild im Schloss (über 400 m2), das die Apotheose des Bauherrn des Saales, Bischofs Hamilton, bestimmen den Saal im voraus zu Konzertveranstaltungen, Musikfestspielen, Festisitzungen, Kongressen u. ä. Der Vorraum mit Freskenverzierung, der zu kurzfristigen Ausstellungen dient, schliesst die Besichtigung dieses „piano nobile“. Die wertvollste Kunssammlung im Schlosss ist die Bildersammlung, deren Ursprung bis zum 17 Jh. zurückgeht. Der künstlerische und historische Wert reiht diese Sammlung unter die hervorragendsten Sammlungen Europas. Den Kern der Gemäldegalerie in den Sälen des 2. Stockes bilden die Werke, die aus der Versteigerung der Sammlung des Englischen Königs Karl I. erworben wurden. In den Sälen sieht der Besucher nacheinanderfolgend Werke der gotischen- und Renaisssancemalerei (der Marianische Zyklus, Werke von Lucas Cranach d. Ä. u. a.) Mitteleuropas, die Portraitkunst deutscher und niederländischer Maler des 16. Jh. (Q. Metsys, H. v. Aachen, H. Suess v. Kulmbach u. a.), Genrebilder aus dem 16. und 17. Jh. aus den Hinteralpenländern (F. Floris, A. Mirou, D. Vinckboons, J. Brughel d. Ä. u. a.), Meisterwerke der Schüler von Rubens und der Maler seiner Zeit (T. v. Loon, A. v. Dyck, H. Saftleven, Fr. Francis, Fr. Wouters, P. Boel u. a.), der italienischen Maler aus Venedig und Bologna (A. Carracci, P. Amalteo, P. Caliari-Veronese, G. A. Fasolo u. a.). Auf die Bewunderung der Besucher wartet auch das wertvollste und kostbarste Bild in unserer Republik – Apollo und Marsyas von Tiziano Vecellio. Das Vermächtnis des Meisters an die ganze Menschheit ist symbolisch in der Komposition der Geschichte verborgen. Grosse Leinwände mit den Themen biblischen Sintflut schuf Jacopo dal Ponte – Bassano als Zyklus (Bau der Arche, Zuführung der Tiere in die Arche, Die Sintflut, Noahs Opfer), Der nächste Saal ist den Meistern bestimt, die direkt im Schloss künstlerisch tätig waren (P. A. Pagani, Ph. Abbiati u. a.) und den Malern, die in Italien wirkten (z. B. die Deutschen Joh. Liss, J. A. Eismann u. a.). Die Gemäldesammlung schliessen die Bilder im Saal des ehemaligen Schlosstheaters und dem Musiksaal – Werke von J. H. Schönfeld, Chr. Paudiss, Joh. Füger und Stilleben von F. W. Tamm. Die historischen Säle des 2. Stockes setzen fort mit einer Rococcoperle Mährens mit der Schlosskapelle des Hl. Sebastian und dem Mannensaal mit der grossen Freske von Fr. Ant. Maulbertsch und Verzierung von italienischen Stukkateuren. Die letzten Räume sind Säle der Schlossbibliothek, die über 80 000 Bücher enthalt (Manuskripte, Erstdrucke, alte Drucke), aber auch eine Graphiksammlung (19 000 Inventarnummern) und eine weltberühmte Sammlung von kirchlichen Prägungen von Münzen und Medaillen, die zweitgrösste nach der Vatikanischen. Bekannt ist auch der Musikarchiv (6 000 Inventarnummern). Die Besichtigung können Sie mit dem Aufstieg auf den Schlossturm mit der Aussicht auf die Tiefebene Haná ergänzen, oder mit dem Besuch der Sala Terrena, die als Eingang ins Schloss von der Seite des barocken Gartens diente. Die Fresken von P. A. Pagani auf den Decken, die künstlichen Grotten und die Bildhauer- und Stukverzierung schufen italienische Künstler (z. B. Baltazaro Fontana), die auf Einladung des Bischofs Liechtenstein in Kromìøíž arbeiteten. Ursprünglich Gemüse- und Obstgarten im 15. Jh., wurde der Schlossgarten in der Zeit des barocken Umbaus des Schlosses schrittweise zur Forsetzung des Schosses. Im 19. Jh. wurde er durch Erweiterung auf 64 Hektar Fläche zum Landschaftspark, der die Sümpfe um den Fluss March ersetzte, mit Wiesen, seltenen Bäumen und Sträuchern, Teichen und Bächen, romantischen Bauten. Gerade die reiche Ausnutzung der Wasserkomponente ist für ihn von grosser Wichtigkeit, was die Entwicklung, die Dendrologie und die Komposition betrifft, und reiht ihn unter die wichtigsten Landschaftsparkanlagen ganzen Europas. Die Zweite Parkanlage, die jenseits der Stadtmauern entstanden ist, aus Sumf und Brachland, - der Lustgarten , heute als Blumenpark bekannt, ist ein einzigartiges Specimen des frühbarocken Gartenkonzeptes. Er wurde zum Vorbild für die Gartenanlagen Mitteleuropas, besonders des Donaugebietes. Die Architekturen des Gartens – die Galerie, genannt Kollonade, die Rotunde in der Mitte, ergänzt durch Gartenkunst auf auf Spizenniveau, erinnern an die Gärten Italiens, besonders durch bildhauerische, malerische und kunsthandwerkliche Qualitäten. Sie wirken auf die Besucher mit Ruhe, die wir für Entspannung so dringend brauchen. Der Aussichtssteg auf dem Dach der Kollonade ermöglicht, die geometrische Ordnung der hohen Spaliere, die farbigen Ornamente der Buxusfelder im Parterre, aber auch das Panorama der historischen Stadt, die heute von modernen Peripherien umzingelt ist. Im Laufe des Jahres 1998 wurde das Schlosskomplex durch das denkmalgemäss renovierte Gabäude der Bischöflichen Münzhof ergänzt, mit einer permanenten Ausstellung der münzprägerischen Tätigkeit der Bischöfe von Olomouc in Kromìøíž. Die Gartenanlagen und das Schloss in Kromìøíž wurden mit Recht unter die Nationalen Kulturdenkmäler der Tschechischen Republik eingereiht und seit Dezember 1998 sind sie auch in die Weltliste des Natur- und Kulturerbes der UNESCO. Es ist ein Beweis der verantwortlichen Sorgfalt und Pflege und der Beziehung der Bevölkerung zum Vermächtnis der Vergangenheit und zu den Denkmälern, die nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft geschaffen wurden.