Die Geschichte
Schloss
   Jagdsalon
   Musikarchiv
   Galerie
   Sala Terrena
   Bibliothek
   Lehnsmannssaal
   Tagungssaalauf
   Thronsaalder
   Zarenzimmer
   Rosa salon
   Munzsammlung

Untere Schloss garten
Der Lustgarten
Kremsier
Andere
Angebot
Kontakt



Der Lehnsmannssaal

wo amtlicheund gerichtliche Handlungenin Lehensangelegenheiten vollzogen wurden, wurde im Sommer 1759 ausgestaltet.Der begehrteste Wiener Maler, F.A. Maulbertsch, erhielt von Bischof L.B.Ekgh ein beachtliches Honorar von 2 300 Dukaten.Der erhaltengebliebene Vertrag beauftragtden Maler, Skizzen nach gelieferten Konzeptenzu fertigen und nach einer Beglaubigung die Bilder im Jahre 1759 auszuführen. Der Bischof verpflichtet sich, den Malerzu beherbergen, einen Maurer für die Putzarbeiten und einen Hilfsarbeiter anzustellen und Material und das Gerüst zu liefern. Eine der wunderbaren Skizzen von Maulbertsch ist in der Schloßgaleriein Slavkov (Austerlitz) erhalten geblieben - die temperamentvollen Züge einer äußerst lockeren Handschrift leuchtenmit Farbflecken aus pastenartiger Masseund locken durch innere Kraft und malerische Virtuosität. Neben dem Hauptmotiv, der Apotheose des Erzbischofs Ekgh unter den Göttern Herkules, Hermes, Minerva, Saturn und allegorischen Gestalten, wie z.B. der Gerechtigkeit und der Maßlosigkeit werden hier wirkliche Begebenheiten dargestellt, die der Historie der bischöflichen Lehnsordnung entnommen sind: Zuerst die Gründung durch Bischof Bruno aus Schaumburg in der Zeit Königs Premysls Otakar II., weiterhin die Bestätigung des Bischofs Stanislav Pavlovský durch Kaiser Rudolf II. Die dritte Szene zeigt die Unterdrückung der mährischen Stände, die während des gegenhabsburgischen Aufstandes am Anfang des Dreißigjährigen Krieges die Kanoniker einsperren ließen. Zuletzt wirddie Aufklärung nachder Niederschlagungder böhmischen Stände auf dem "Weißen Berg"im Jahre 1620 gezeigtund die Bestätigungund Ausweitungder Gebiete durch Kaiser Ferdinand II. Maulbertschs Werk in Kremsier istein über den Spätbarock hinausgehendes Werk eines rokokoartigen Subjektivismus von einer ungewöhnlichen Ausdruckskraftund irrationaler Wirkung. Das entsprach völligdem Vorhaben des Auftraggebers und brachte die Stimmung undden Geist der Zeit zum Ausdruck.Die eigenartige Handschrift des Werkes wurde in den feuchten Putz eingetragen (al fresco), das eingetrocknete Bild wurde dann mit einem trockenen Pinsel fertiggemalt (al secco)und mit der Farbenpaste mit leuchtend weißen Lichtern ergänzt.Beim Restaurieren dieses Gemäldes (Freskos)im Lehnsmannssaal hat man gleichzeitig auchdie notwendigen konservatorischen Arbeiten der Marmorbelegeund der Holzbalustradevor dem Tribunalstuhl durchgeführt. Die beiden Majolikaöfen wurden mit matten und glänzendem Goldschmuck vergoldet und die Parkettmuster gereinigt und poliert. An die Stirnwand des Saals wurde das Portrait des Bischofs L. B. Ekgh gehängt.