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Die Rotunde

des Lustgartens ist ein achteckiges Gebäude, das gegenüber dem ursprünglichen Haupteingang in der Mitte der Kolonnade liegt, und so einen Bestandteil der Symmetrieachse bildet. Im Erdgeschoß der Rotunde ist ein Rundgang, der durchdie vier Eingänge und vier Höhlen,sog. "Grotten", mit Springbrunnen in vier Teile gegliedert ist. Über den mittleren Raum erhebt sich ein zylinderförmiger Tambourmit einer Kuppel, die auf der Spitzeeine Laterne trägt. (Hier hängte Prof. Nábelek das foucaultsche Pendel auf, um die Rotation der Erde zu beweisen).Die reiche Stuckatur im Interieur der Rotunde stammt von den italienischen Künstlern Quirico Castelli und Carlo Borsa. Caproforo Tencalla fing im Jahre 1674 an,an den Gemälden zu arbeiten. Er behandelt hier etliche mythologische Themen,wie z.B. die Entführung der Europa, Perseus und Andromeda, die Entführungder Proserpina, Herkules mit Nessosund Dejaneira, Pan und Syrinx, die Entführung des Ganymed und andere. Die Satyrenstatuen in der Rotunde und die Allegorien der vier Jahreszeiten schuf Michal Mandík. Ursprünglich waren die Eingängevon der Gartenseite her offen und man konnte in den angrenzenden Räumen verweilen. Diese "retirada" enstanden nach dem Muster der spanischen Gärten.Nach dem französischen Vorbild wurden dann die ausschmückenden "Broderien" gebildet.Italienischer Einfluß zeigt sichin den zahlreichen Wasserspielen,welche F. Lucchese durch ein kompliziertes Wasserleitungssystem versorgte.Beim Betreten einer Bodenfliesein der Rotunde wurde der Nichtsahnendevon einem Wasserschauer überrascht.Bischof Liechtenstein kannte dieses Modespielchen aus der Zeit seines Wirkensin Salzburg. In der Schloßbibliothekin Kremsier befindet sich auch das Buch Hortus Palatinus von Causo mit vielen Beispielen dieser "Wasserkünste"im Garten von Heidelberg. Weiter gibt es hier eine repräsentative graphische Publikation "Villa Pamphilia", die in Rom herausgegeben wurde und die das Aussehen der römischen Villa Pamphilia dokumentiert. Diese entstand 1644-1652 im Auftrag des Neffen des Papstes Innozenz X. Etliche Elemente in der Gestaltung des Kremsierer Lustgartens sind von diesem damals modernsten Garten übernommen worden.Der herrvoragende, für das damalige Europa auf höchstem Niveau angelegte Garten regte den Bischof Kanonikus U.F.A. Hegerzum Herausgeben einer Prachtpublikation an. Das graphische Album des Lustgartens wurde 1691 mit einem deutschen Vorwort herausgegeben. Es enthält aufklappbare Prospekte nach den Zeichnungen von J.M.Vischer und mit Radierungen, die der Utrechter Maler Justus van den Nypoort schuf, der 1690-1692 in bischöflichen Diensten wirkte. Zu dieser Zeit waren die gepflanzten Bäume angemessen groß und so konnteder Lustgarten mit ausgeglichenen Teilenvon Grünflächen, Bauten, Statuen, malerischen Werken und stillen und bewegten Wasserflächen als ein Gesamtkunstwerkden Besucher bezaubern. Der Besucher wurde von einer lateinischen Inschrift über dem Haupteingang eingeladen, er solledie einst feuchten und unbebauten Orte besichtigen, die sowohl durch anstrengende Arbeit und langjähriges Mühen als auchmit beträchtlichen Kosten zur Freudeund Erholung der Zeitgenossen und der nächsten Generationen errichtet wurden.